
Ein Generikum ist ein nachgeahmtes Präparat, das dieselben Wirkstoffe wie das Originalmedikament enthält. Dadurch sind Wirkungsweise und Nebenwirkungen von Generika und Originalarzneimitteln sehr ähnlich
Neben den Gemeinsamkeiten gibt es einige Unterschiede. Neben dem Namen, der Verpackung und dem Aussehen des Medikaments unterscheidet es sich oft bei den Zubereitungsverfahren und den zugesetzten Hilfsstoffen, da das Herstellungsverfahren innerhalb der Patentzeit nicht veröffentlicht wird.
Manchmal kann durch Weiterentwicklung des Herstellungsverfahrens das Generikum sogar verbessert werden. Dadurch könnte es beispielsweise besser dosierbar oder für manche Menschen besser verträglich sein als das Originalpräparat. Das Generikum kann sogar zu einer Retardarzneiform werden, die im Gegensatz zum Original den Wirkstoff langsam an den Körper abgibt. In solchen Fällen reicht für die Zulassung des Generikums jedoch kein Bioäquivalenznachweis aus, sondern es müssen auch umfangreichere klinische Studien angewandt werden.
Für beinahe alle Arzneimittel, deren Patent bereits ausgelaufen ist, existieren bereits Generika. In Deutschland gibt es ungefähr 50-60 Herstellerfirmen von Generika, die neben Originalmedikamenten auch Nachahmerpräparate herstellen. Oft stellt dasselbe Unternehmen Original und Generikum her. Im Jahr 2008 war bereits jedes fünfte verschriebene Präparat ein Nachahmermedikament, trotzdem ist diese Zahl europaweit eher niedrig. In Litauen oder Polen liegt der Anteil bei über 75 Prozent. In diesen Staaten ist "Aut idem" die Praxis, bei der der Arzt den Wirkstoff und der Apotheker das Medikament wählt.
Der Österreichische Generikaverband (OEGV) analysierte die Kosten für Medikamente und stellte fest, dass Generika durchschnittlich die Hälfte von nichtgenerischen Medikamenten kosten würden. Dabei beruft man sich auf Daten von IMS Health Austria.